Übersichtskarte

Die angekündigten "näheren Infos"

Samstag, 08.06.2013

Nachdem Julian einen Artikel über mein anstehendes Projekt geschrieben hat , hoffe ich auf viele neugrierige Besucher. Aus einem sind nun drei geworden, wobei Nelson nur an den ersten beiden Abenden dabei sein wird. Der dritte und letzte Abend soll den Schwerpunkt auf meine Arbeit legen und musikalisch begleitet werden. (Esssen gibt es trotzdem!)

Hier noch einmal die offiziellen Fakten:

1. Abend)

Wann gehts los? Am Montag, 10.6. um 19.30 Uhr

Wo?                    Im alten Feuerwehrhaus (jetzt TV Singener Vereinsheim)

                           Lammstr.2 in 75196 Remchingen

 

2. Abend)

Wann gehts los? Am Dienstag, 11.6. um 19Uhr

Wo?                    Im GöPi Naturkostladen, Hertzstr.2, 76307 Karlsbad-Langensteinbach

 

3. Abend)

Wann gehts los? Am Donnerstag, 4.7. um 19.30 Uhr

Wo?                   Im Gemeindehaus Wilferdingen (neben der Ev.Kirche), Kutscherweg, 

                          75196 Remchingen

 

Ich freue mich über Euer Kommen!

 

Eure Anne

 

 

 

VORMERKEN: Ein Indienabend mit einem besonderen Gast

Montag, 13.05.2013

Ja, ich rühre schonmal die Werbetrommel, denn ich bin nun dabei, meinen ersten deutsch-indischen Abend zu gestalten.Schließlich gibt es viel zu erzählen und zu zeigen und ich bin schon ganz gespannt darauf, euch für circa 2 h in die indische Welt entführen zu dürfen.

Das ganze soll musikalisch untermalt werden und natürlich sollt ihr auch in den Genuß der indischen Küche kommen.

Dabei helfen wird mir vor allen Dingen Nelson aus Bangalore, bei dessen Familie ich in Indien für ein paar Wochen gelebt habe.

Er ist gerade dabei seine eigene Organisation zu gründen, wobei der Fokus auf ein Kinderheim für Babys und Kleinkinder liegen soll.

Nicht nur ich, sondern auch Nelson werden einiges Spannendes erzählen und ihr habt die Möglichkeit, Fragen zu stellen, die direkt vom Verantwortlichen oder von mir beantwortet werden können.

Stattfinden wird der Abend voraussichtlich am 10.06.2013 in Remchingen - Näheres dazu erfahrt ihr im Laufe der nächsten Tage.

 

Ich freue mich und werde berichten as soon as possible

Anne

 

2 Monate später...

Donnerstag, 09.05.2013

Gestern kam mir die Idee, meinen Blog trotz beendeten Auslandsaufenthalt einfach fortzuführen.

Schließlich ist es ja auch spannend zu hören , wie die Wiedereingliederung in Deutschland und der Familie geklappt hat.

Nun ja, jetzt sind es genau zwei Monate, als ich am Delhi Airport in das Flugzeug Richtung Heimat geflogen bin. Welche Gefühle ich dabei hatte? Erleichterung. Endlich wieder ein geordnetes Leben, Sauberkeit und das große Wiedersehen mit der Familie und meinen Freunden.

Dennoch muss ich sagen, dass die letzten drei Wochen, in denen ich mit Markus auf Reisen war, mein Bild von Indien doch noch etwas verändert hatten.Ich lernte noch einmal (richtig,richtig) schöne unberührte Natur kennen, ob den Dschungel in Kerala oder das kulturell geprägte Kolhapur. In Delhi stieß ich dann auf unverhüllte Armut, die ich in der Form noch nicht gesehen hatte. Schockiert hatte mich auch, dass die Stadt mit dem ultimativen Touristenmagnet, dem Taj Mahal,  ebenfalls bettelarm ist, obwohl täglich tausende von Touristen zum Mamormausoleum pilgern.

Vor Delhi hatten uns viele Einheimische gewarnt , daher waren die letzten Tage dort wenig erholsam für mich. Es war wahnsinnig laut, zum einen durch den Verkehr, zum anderen aber auch, weil unser Hotelzimmer direkt neben einem Hindu-Tempel lag, der von 19-22.30 Uhr beschallt wurde.

Ja, die Reise hat mich wahnsinnig bereichert, sodass ich rückblickend auch sagen kann, dass es mich mit Bangalore nicht am schlimmsten getroffen hat.

 

Was ich jedoch gratis aus Indien mitnehmen durfte, war der Magen-Darm-Virus. Gleich in Deutschland erfasste mich der triste Alltag, da aufgrund des Glatteises 10 Züge ausfielen und ich mit dünner Jacke und Hose (der Temperaturunterschied betrug genau 40°C) am Bahnhof fror. Abends lag ich dann bereits mit Fieber und allerlei anderem Zeugs im Bett und versuchte die Ereignisse zu ordnen.

Gut, vielleicht hätte ich mir mehr Zeit zum "Ankommen" geben müssen, doch ich hatte einen großen Respekt vor dem Loch, in das viele Rückkehrer zu fallen scheinen. Daher stand ich drei Tage später wieder in "meinem" altbekannten Bioladen und füllte die Regale.

Heute , zwei Monate später, merke ich langsam, wie sich immer öfters Erinnerungen und Bilder vor meine Augen schleichen. Sei es von den Kindern, von täglich abgelaufenen Routen, den Menschen aus meiner Gemeinde oder einfach das Lebensgefühl.Auch wenn ich viel über die Zustände geschimpft habe, ist Indien trotz alle dem zu einem großenTeil von mir geworden. Und ich glaube nicht, dass das mein letzter Besuch dort gewesen sein wird.

Für Anfang Juni hat sich Nelson angekündigt und ich bin gespannt darauf, ihn hier in Deutschland, in meiner Kultur, begrüßen zu dürfen.

 

Bis bald

Anne

Bangalore second part

Dienstag, 29.01.2013

Wie ihr sicherlich schon lesen konntet, bin ich mit gemischten Gefühlen nach Hause geflogen. Viele Fragen haben mich geplagt, gerade wenn es darum ging, ob ich die Rückreise nach Indien entspannt verdauen kann.

Nun ja...es waren nicht der deutsche Luxus, die Ruhe, die Sauberkeit oder die Sprache, die mich zurückhalten wollten, sondern der Gedanke an die erneute Trennung von meiner Familie. Da helfen auch keine Worte wie: "Ach komm, was sind schon fünf Wochen? Stell dich nicht so an. Dein Freund kommt doch bald". Und meine Antwort war stehts dieselbe: "ja Ja JA". Gute Ratschläge kann ich auch geben, doch diese dann easy peasy umzusetzen ist nun mal nicht jedermanns Sache.

Doch ich ließ mich beratschlagen und sammelte alle motivierenden Worte in meinem Kopf zusammen, um mich auf DEN Tag vorzubereiten. Beim Abschied hab ich trotzdem geheult..

Nun ja, jetzt sitz ich hier und ich muss sagen : Krasse Sache.

Um nochmal daran zu erinnern: Ich wusste schon vor meiner Ausreise, dass ich bei meiner Wiederkehr sofort umziehen muss. Dieses Problem hatte sich Gott sei Dank gelöst, sodass ich (noch voll im jetlag) meine restlichen Koffer schnappen und mit Camilla ins andere Haus ziehen konnte.

Ich würde unser halbes Jahr als " The indian way of life" betrachten . Ich startete im Semi-Slum und mich jetzt in einer high class villa. Mit zwei Hausangestellten, zwei Hunden und einem Penthousezimmer (das ich auf faire Art beim schnick-schnack-schnuck gewonnen habe).

Klar, einige meinten, dass hätte nun wenig mit indischem Leben zu tun, aber das denke ich nicht. So laufen die Dinge hier. Es gibt die ganz armen und die ganz reichen, die Mittelschicht existiert quasi nicht. Oder zumindest nur als geringer Anteil.

Ich bin allen Mitwirkenden sehr dankbar, da diese Wohnumstände sich erheblich auf das Wohlbefinden auswirken und das derzeit einfach passt. An Hausangestellte werde ich mich hoffentlich weiterhin nicht gewöhnen können, denn es würde mich nur dazu verleiten verwöhnt, unselbstständig und faul sein und das passt eigentlich nicht zu der Vorstellung, wie ich mal werden möchte.

Nächste Woche steht der große Besuch von dt CVJM Delegierten an, worauf ich auch sehr gespannt bin.

Für den Rest der Zeit nehme ich mir vor, noch mehr die kleinen Dinge schätzen zu lernen, die ich mit den Kindern erleben darf. Unser Bauprojekt ist nun offiziel "out of the race". Man sicherte uns zu, dass sich der YMCA Bangalore eigenhändig darum kümmern will und die Vorbereitungen dafür laufen. Ich wünsche es den Kindern, ich habe jedenfalls mein Bestes gegeben.

Falls Fragen auftreten, z.B. was jetzt mit dem Geld passiert usw , könnt ihr mich gerne unter meiner Email oder als Kommentar hier auf der Seite kontaktieren.

=> anne.mohaupt@web.de

 

bis dahin,

alles liebe

Kurz vor Abflug

Montag, 10.12.2012

Lang ist es nicht mehr, bis ich zum ersten Mal im Flieger Richtung Heimat sitze.

Und momentan wird meine Vorfreude ein wenig überschattet von der Tatsache, dass letzten Samstag schlappe 350 wegen Schneefall und neuerdings wegen Gewerkschaftsstreiks gestrichen wurden. Natürlich hoffe ich nur das Beste, aber man kann ja nie wissen. Gut, dass ich mich immerhin schonmal über meine sogenannten "Passagierrechte" erkundigt habe - und da mir ein Ersatzflug zustehen würde, sehe ich die Sache sogar ganz relaxt.

Ein wenig mehr Kopfzerbrechen bereitet mir die Frage, wie das "Abschiednehmen 2.0" aussehen wird. Will ich überhaupt wieder nach Indien oder würde ich das eisig-kalte Deutschland bevorzugen? Wie sieht es mit dem Kulturschock in der westlichen Welt aus und wie komme ich mit der Wiedereingliederung in Indien klar? Ich meine, eins steht jetzt schon fest : pinkelnde, pöbelnde Inder werde ich jedenfalls nicht vermissen! (Ich nenne genau diese Adjektive, da sie mich trotz der vier Monate hier, noch am meisten anwidern). Gegen diese Tatsache helfen leider auch keine "Do not urinate here" Schilder. Ob alt ob jung, neben Gemüseständen oder an Schulgebäude, wenn die Blase drückt, ist die Frage nach Anstand definitiv fehl am Platz. Doch was ist schon Anstand...

Top 5, wo ich nur den Kopf geschüttelt habe :

5) Am Bankschalter : Diskretion existiert nicht. Warteschlangen genauso wenig. Da wird gedrängelt und geschubst und nebenbei über die Schulter geguckt, wer gerade wie viel Geld einzahlt oder abhebt. Auch im Krankenhaus weisen Ärzte eine Multi-tasking Fähigkeit auf.

4) Eine Supermarktangestellte, die mich vor meinen Augen nachgeafft und sich mit ihrer Kollegin schlappgelacht hat, nachdem ich sagte, dass ich kein Bargeld, sondern nur eine Kreditkarte bei mir hätte.

3) Ein Rikshawfahrer, der, nachdem er uns für einen 5 Minuten 150 Rupee abknüpfen wollte und wir ihm die üblichen 30 gaben, uns das Geld im wahrsten Sinne des Wortes an den Kopf geworfen hat.

2) Ein Busfahrer, das uns an der Grenze zu Karnataka rausgeschmissen hat, mit der Begründung, dass er aufgrund von einem Streik nicht weiterfahren dürfe.

1) Eine Friseuse, die mir die Haare mit Gesichtsbleichmittel (!) Wasserstoffblond gebleicht hatte und anschließend tatsächlich behauptete, dass es gut aussähe. Als ich mein Geld zurückverlangte, schmiss sie mich aus ihrem Salon.

Wie lautet hier ein weitverbreitetes Motto: Nothing is impossible in India.                  Das ist wohl wahr...

Nun ja, wie es auch kommt: Ob mit Magenschmerzen oder mit Bauchkribbeln , Fakt ist, dass ich am 5.1. wieder im Flieger via Bangalore sitzen werde. Bis dahin gibt es noch viele ungeklärte Fragen, angefangen damit, wo wir die restliche Zeit wohnen können bis hin zu der Entscheidung, ob das Bauprojekt, für das mich mittlerweile so viele unterstützen, durchgeführt werden kann.

Vielleicht noch ein paar Zeilen dazu : 

Bevor ich zum Zwischenseminar nach Trichy gefahren bin, dachte ich, dass es eigentlich ganz cool ist, Kleidung, Kuscheltiere, Süßigkeiten und vor allen DIngen Fördermittel zu organisieren, um den Menschen hier zu helfen. Auch das Grußkartenprojekt ist aus dem Gedanken entstanden, die finanzielle Lage von fünf Frauen zu verbessern.

Mittlerweile hat sich mein Horizont jedoch in der Hinsicht erweitert, dass ich das ganze aus dem Blickwinkel "Nachhaltigkeit" betrachten kann. Und so stelle ich mir die Frage, ob es wirklch nachhaltig ist, einmalig einen Sack voll Kuscheltiere mitzubringen, um Kinder für ein paar Tage damit glücklich zu machen. Verfestigt sich so nicht das Bild, dass die "Weißen" die reichen Geldgeber sind, die Geschenke verteilen und sie so zu den "Fremden" werden, zu denen eine Kultur aufblicken muss? Will ich mich durch den Materialismus von diesen Menschen separieren oder will ich mich in meinem Handeln, meinem Freiwilligendienst mit ihnen sozialisieren? Klar, auch die Sozialisierung kann im Desaster enden, nämlich dann, wenn man sich für das Privileg, in einem reichen Land geboren zu sein, schämt oder sich dafür sogar selbst verachtet.

Ich habe mir auch die Frage gestellt, wie viele NGOs (=Non government organisation) es aus anderen Kontinenten gibt. Gibt es Afrikaner, die in Indien eine Schule aufbauen? Oder gibt es Inder, die Bolivianern helfen? Und wie sieht es mit wirtschaftsstarken asiatischen Ländern aus wie China, Korea oder Japan? Investieren die in Entwicklungshilfe? Ehrlich : Ich freu mich, wenn ihr Antworten darauf habt.

Mit diesen Fragen lasse ich euch zurück,

bis bald,

Anne

 

 

 

 

 

 

1. Advent : Zwischenbilanz

Sonntag, 02.12.2012

Nur noch wenige Tage bis Weihnachten und bis zum meinem 1. Abflug aus Bangalore. Der endgültige folgt dann am 10.März..Zeit für einen Rückblick:

Umzüge seit meiner Ankunft: 3, der 4. folgt dann morgen

größter Kulturschock: der Umgang mit Hygiene (pinkelnde Männer, versiffte Toiletten und Müllberge)

woran ich mich gewöhnt habe: An indisches Essen und den vielen Verkehr

was ich für mich persönlich erreicht habe: 5 Frauen ein Gehalt von je 8500 Rupee (123€) auszubezahlen

was ich noch erreichen möchte: ein paar mehr Wörter Kaanada zu lernen

Aktuelle Anzahl der Fotos: 1856 (da geht noch was)

Meine zwei Lieblingsmottos: "What doesn't kill me, makes me stronger" / "Is halt ne Erfahrung"

Ich gehe schon mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Weinend, weil ich merke, dass ich hier doch schon ganz tollen Menschen begegnet bin, die ich zu meinen Freunden zählen darf. Mary gehört zum Beispiel dazu. Sie zeigt mir so viel vom indischen Leben (und ich bin sicher, da kommt noch mehr) und durch sie kann ich die indische Mentalität mit all ihren einfachen und schwierigeren Facetten kennenlernen. Zum Beispiel fand ich es neulich unglaublich süß, als sie mir gestand, dass sie für eine baldige Hochzeit und viele Kinder betet, denn mit 20 bin ich scheinbar spät dran. Aber sie erklärt mir auch manche Reaktionen oder Verhaltensweisen der anderen Frauen, mit denen wir die Karten produzieren. Ich habe mich eine Zeit lang immer geärgert, dass sie nach dem Geld fragen und mir nicht vertrauten, aber wie sollten sie auch. Vertrauen und Ehrlichkeit sind keine Tugenden, mit denen man in Indien überleben kann . Auch an die Ehemänner hatte ich nich gedacht, die unterdessen ihre Frauen darüber ausfragen, was sie wo und mit wem zusammen machen.

Die Kultur ist eben wie eine Sprache, die man lernen muss.

Doch irgendwo bin ich auch glücklich, bald wieder in dem geordneten Leben zu sein, das ich kenne. Allerdings kommt auch die Frage nach dem "wie geht es weiter?" auf. Ich hing seit dem Abi ziemlich in der Schwebe mit dem, was ich tun will,weil ich eben doch ein vielseitig interessierter Mensch bin. Umso dankbarer bin ich, dass sich trotz meines Auslandsaufenthaltes langsam ein Bild in meinem Kopf formen kann, von dem, was mich im März erwartet.

Auch wenn hier nicht alles rosig verlief und vielleicht auch zukünftig nicht verlaufen wird, freue ich mich darauf, meine gemachten Erfahrungen mit meinen Freunden, meiner Familie und allen, die es interessiert, teilen zu können.Sei es in Form von indischen Abenden (wo nicht nur meine Fotos die Gäste zu Tränen rühren werden, sondern auch das Essen :P) , Vorträgen in meiner ehemaligen Schule, Gemeinde etc. oder natürlich auch einfach bei ner tasse "Masala Chai" :)

Falls es für dich persönlich um die Frage geht, ob ich so einen Auslandsaufenthalt weiterempfehle:

Es kommt auf dich persönlich darauf an. Hör in dich hinein, ob du es dir vorstellen kannst, so lange von deinen Freunden und deiner Familie weg zu sein. Ob du damit klar kommen würdest, alte Gewohnheiten abzulegen und offen zu sein für eine neue Kultur inklusive neuer Sprache.

Ich arbeite an einer kleinen Broschüre, die all den Interessierten ein Leitfaden auf dem Weg zur richigen Entscheidung sein soll.

Das oberste Ziel sollte jedoch bleiben, bei all den Entscheidung ehrlich zu sich selbst zu sein.

 

Annie (wie die Inder mich nennen)

 

Umzugszeug (von Camilla und mir ;) )they have become very professional die hälfte in trichy

Kurzes update

Montag, 26.11.2012
Hallo Ihr lieben...
momentan gibt es große Steine, die es zu bewältigen gibt. Wir kommen gerade vom Vorbereitungsseminar, wo uns gesagt wurde, dass die beiden Projekte so wie sie laufen, nicht weiterlaufen können.
Geplant ist, dass, sobald der YMCA einen Antrag gestellt hat und dieser bewilligt wird, die Spenden per Zwecküberweisung nach Indien gehen.
Das Kartenprojekt wird nur noch bis 300 Karten fortgeführt, da wir unter Druck stehen, den Frauen das Geld auszubezahlen, da nun die ehemänner langsam fragen, wo das Geld bleibt.
Die kulturellen UNterschiede konnten wir nicht einschätzen, das geb ich zu.
Ich bin froh, dass ich die Verantwortung nun abgeben kann. Da es allerdings unklar ist, ob das Projekt bewilligt wird, kann es sein , dass ich die Spenden im Falle einer Ablehnung an jeden einzelnen zurückbezahle, da ich euch versprochen hatte, die Spenden in dieses Projekt zu investieren.
Wie ihr alle wisst, habe ich auch einen Förderkreis, dessen Erlös an die Freiwilligenarbeit im CVJM geht.
Im Falle der Fälle (sprich, wenn ich die Einzelspenden "zurückspende"), wäre es gut zu wissen, ob und wessen Geld für die Freiwilligenarbeit überwiesen werden kann.
Entschuldigt meine evt. komische Grammatik, aber ich liege auch gerade noch mit 38°C im Bett und warte auf das, was noch kommt..
Die zweite Sache ist, dass wir vorhin von unserem Vorbereitungsseminar zurückgekommen sind und unsere Gasteltern sich voraussichtlich trennen werden, weshalb wir gebeten wurden, auszuziehen. Das bedeutet für uns mal wieder umziehen.
Denkt und betet für uns , wir haben es nötig.
Ich melde mich bald,
alles liebe,
anne
PS: Noch etwas positives: Unser Zwischenseminar war super und ich bin froh, mal wieder so viel Deutsch gesprochen zu haben. WIr waren am indischen Ozean, konnten baden und die Sonne (zwischen den kurzen pause) genießen :)

Neues vom indischen Kartenprojekt... und noch mehr

Donnerstag, 15.11.2012

Wahnsinn, was sich in den letzten Tagen alles getan hat.

Ich kann wirklich nur darüber staunen und dankbar sein.

 

Der Mainpoint: Nelson, mein Gastvater und selbst Gründer einer eigenen indischen Organisation, hat mir vorgeschlagen, mein Kartenprojekt zu übernehmen, sodass auch in Zukunft Frauen die Möglichkeit bekommen, Geld zu verdienen.

Besser noch: Ich soll mit ihm kooperieren, die Karten verkaufen und so eine Repräsentatin für Indien in Deutschland werden. Es war immer meine Idee, eine Brücke zu diesem Land schlagen zu können, sodass ich auch zukünftig genug Anlässe finde, um noch einmal hier her zu kommen und das nicht nur als Tourist. In den nächsten Tagen werden wir die Idee noch weiter ausbauen - die indischen Frauen sind auf jeden Fall begeistert.

Zweitens: Langsam kommen die Steine ins Rollen , was mein Bauprojekt im Kindergarten angeht. Ich war letzte Woche im Office und habe ein paar Gespräche geführt. Ein Mitarbeiter hat sich bereit erklärt, mich zu unterstützen, indem er bei einer indischen Firma einen Kostenvoranschlag eingeholt hat . 842€ - ein Batzen Geld wie ich finde, doch ob ich als "Weiße Frau" da ein besseres Angebot bekomme , ist fraglich. Die Verhandlungen laufen jedoch und ich denke, dass wir in circa 1 Woche mit dem Bau beginnen können. (Häuser bauen können die Inder nämlich erstaunlich schnell - 2,5 Wochen und ein neuer Laden ist gebaut)

Drittens (in Anlehnung an Zweitens): Da ich nochmal eine kräftige Finanzspritze erhalten habe, brauche ich mir über die Kosten nur noch wenig Gedanken machen. Danke!

Viertens : Auch meine Wege in Deutschland ebnen sich. Heute habe ich eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch beim Radio bekommen, was den Tag perfekt abgerundet hat.

 

Ich möchte euch trotz der tollen Erfahrungen nochmal daran erinnern, dass ich auf 500 Grußkarten sitze, die ich sicher niemals alle in meinem Leben verschicken werde (und die ich auch nicht alle bezahlen möchte).

Die Frauen haben sich sehr viel Arbeit gemacht, teilweise Nachtschichten eingelegt, und ich bin stolz darauf, dass sie sich trotz der vielen, vielen Feiertage die Zeit und Muße dazu genommen haben.

Ich habe ein paar Bilder hochgeladen mit unseren Motiven. Wir haben noch viel viel mehr, doch das würde den Rahmen hier sprengen. Es dient lediglich zur Veranschaulichung , damit ihr euch besser für eine Karte entscheiden könnt .

 

Schreibt mir eine Email mit der "Bildnummer und links/recht" oder "ist mir egal" (ich muss schließlich auch die nicht so gelungenen Karten an Mann bringen :D)

Danke danke danke

 

Bild 1 Bild 2 Bild 3 Bild 4 Bild 5 Bild 6 Bild 7 Bild 8 Bild 9 Bild 10 Bild 11 Bild 12 Bild 13 Bild 14

Hallo mal wieder :)

Sonntag, 04.11.2012

Mit Schrecken habe ich festgestellt, dass der letzte Eintrag schon eine Ewigkeit zurückliegt. Das Leben ging derweil so weiter wie in Deutschland auch.

Wegen der Festival Saison kann ich mich grad gar nicht vor Urlaub retten, was ja eigentlich ganz schön ist :P Wenn da nicht unser Kartenprojekt wäre...

Ich weiß nicht, inwiefern ich davon schon berichtet habe, aber ich hatte die Idee, zusammen mit indischen Frauen Grußkarten zu basteln, die ich dann in Deutschland verkaufen werde. Mittlerweile haben wir an die hundert und sie sehen toll aus! Das Geld sollte eigentlich an die Bawadi School gehen, aber da wir mittlerweile schon 720€ (das muss man sich mal geben!) an Spenden erhalten haben, können wir den Frauen den vollen Preis abzüglich der Materialkosten auszahlen. Das ist klasse, denn da wir es ja zu deutschen Preisen verkaufen, werden die Frauen voraussichtlich mindestens das doppelte ihres Monatsgehalts bekommen.

Das Projekt gibt mir gerade so viel Halt und es ist immer wieder die Bestätigung dafür, dass es gut ist, hier zu sein. Es tun sich auch Dinge hinsichtlich der Wohnsituation. Wir sind aus der Wohnung in Lingarajapuram ausgezogen, woran nicht zu letzt diese spannenden Arbeiter Schuld waren. Wir dürfen nun in einem Luxushaus wohnen (und das ist es auch für deutsche Verhältnisse). Das Haus steht in einer Gated Community, also einem abgeschlossenen Wohnviertel mit Security Guards, Clubhaus, Pool und Tennisanlagen. Der Weg zur Arbeit ist zwar etwas weiter, aber es lohnt sich alle Male, denn hier bekommen wir nichts von dem Feuerwerk, den betrunkenen Männern und den Hunden mit. Es hat einige Gespräche und Mühen gekostet, bis das über den Tisch war, aber ich bin glücklich, dass wir nun an dem Punkt stehen, wo nur noch die indischen Behörden zustimmen müssen. (Wenn das mal kein Problem wird).

Als Einzelkind erleb ich auch gerade ziemlich intensiv was es heißt , Geschwister zu haben. Ich habe nun vier davon : Sepora (5), Phoebe (7), Lydia (9) und Salomon (11). Ja, es ist laut, aber dennoch möchte ich hier nicht mehr weg.

Shankar, ein Freund der Familie zeigt uns seit den letzten Tagen die etwas andere Seite von Bangalore. Ich hätte niemals gedacht, dass es hier so viele tolle Shopping Malls gibt. Nicht, dass ich nun mein Geld auf den Kopf hau, aber es ist einfach schön, mal wieder in einen Zara oder Body Shop zu gehen , um sich etwas heimisch zu fühlen.

Da wir nun auch auf den Sprung in eine Karaokebar sind (wer mich kennt weiß, wie sehr ich dafür zu begeistern bin :)) ) werd ich fürs erste Schluss machen.


Bis ganz bald !

Kreativer Einschaub

Samstag, 20.10.2012

Impressionen Indien:

Chaos, Müll und laut,

dazu alles voll gebaut.

Betrunkene Männer,

verhüllte Frauen,

das muss ich erstmal verdauen.

 

Zwischen all dem die Kinder,

die lachen, spielen,

und darauf abzielen,

dass sie kein Luxusleben haben werden.

 

Immer dasselbe,

Tag für Tag,

sitzen Frauen am Tempel,

knüpfen Blumenbändel.

Die Rikshawfahrt,

teuer, unsanft und hart.

Doch die hats doch die Weiße,

denkt der Inder sich leise.

 

Mich reizt dieser Status,

besonders zu sein,

wegen des Geldes und

dem weißen Schein.

 

Bin keine Diva,

und kein Schauspieler,

bin kein europäischer,reicher Superheld,

ich hab auch nicht das große Geld!

Versteht ihr das nicht?

 

Sie betteln weiter und flehen,

seh sie sogar mit Kindern

auf die Straße gehen,

damit es mehr wehtut,

sie leiden zu sehn.

 

Neben Spielzeug, Kleider- und Geldspenden,

muss ich an unseren Gott denken,

der auf uns schaut.

Herr, ich klage dich nicht an,

weil mein Verstand dich nicht begreifen kann.

 

Doch kann ich im Stillen zu dir flehen,

den Familien und Kindern beizustehen.

Ihnen Essen zu geben für den morgigen Tag,

sie zu heilen, wenn die Krankheit nagt.

 

Vater,

so stelle sie unter deinen Segen

und schenk ihnen ein reich erfülltes Leben.

Auch ohne Geld.

(21.09.2012, Anne-Carin Mohaupt)

 

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