2 Monate später...

Donnerstag, 09.05.2013

Gestern kam mir die Idee, meinen Blog trotz beendeten Auslandsaufenthalt einfach fortzuführen.

Schließlich ist es ja auch spannend zu hören , wie die Wiedereingliederung in Deutschland und der Familie geklappt hat.

Nun ja, jetzt sind es genau zwei Monate, als ich am Delhi Airport in das Flugzeug Richtung Heimat geflogen bin. Welche Gefühle ich dabei hatte? Erleichterung. Endlich wieder ein geordnetes Leben, Sauberkeit und das große Wiedersehen mit der Familie und meinen Freunden.

Dennoch muss ich sagen, dass die letzten drei Wochen, in denen ich mit Markus auf Reisen war, mein Bild von Indien doch noch etwas verändert hatten.Ich lernte noch einmal (richtig,richtig) schöne unberührte Natur kennen, ob den Dschungel in Kerala oder das kulturell geprägte Kolhapur. In Delhi stieß ich dann auf unverhüllte Armut, die ich in der Form noch nicht gesehen hatte. Schockiert hatte mich auch, dass die Stadt mit dem ultimativen Touristenmagnet, dem Taj Mahal,  ebenfalls bettelarm ist, obwohl täglich tausende von Touristen zum Mamormausoleum pilgern.

Vor Delhi hatten uns viele Einheimische gewarnt , daher waren die letzten Tage dort wenig erholsam für mich. Es war wahnsinnig laut, zum einen durch den Verkehr, zum anderen aber auch, weil unser Hotelzimmer direkt neben einem Hindu-Tempel lag, der von 19-22.30 Uhr beschallt wurde.

Ja, die Reise hat mich wahnsinnig bereichert, sodass ich rückblickend auch sagen kann, dass es mich mit Bangalore nicht am schlimmsten getroffen hat.

 

Was ich jedoch gratis aus Indien mitnehmen durfte, war der Magen-Darm-Virus. Gleich in Deutschland erfasste mich der triste Alltag, da aufgrund des Glatteises 10 Züge ausfielen und ich mit dünner Jacke und Hose (der Temperaturunterschied betrug genau 40°C) am Bahnhof fror. Abends lag ich dann bereits mit Fieber und allerlei anderem Zeugs im Bett und versuchte die Ereignisse zu ordnen.

Gut, vielleicht hätte ich mir mehr Zeit zum "Ankommen" geben müssen, doch ich hatte einen großen Respekt vor dem Loch, in das viele Rückkehrer zu fallen scheinen. Daher stand ich drei Tage später wieder in "meinem" altbekannten Bioladen und füllte die Regale.

Heute , zwei Monate später, merke ich langsam, wie sich immer öfters Erinnerungen und Bilder vor meine Augen schleichen. Sei es von den Kindern, von täglich abgelaufenen Routen, den Menschen aus meiner Gemeinde oder einfach das Lebensgefühl.Auch wenn ich viel über die Zustände geschimpft habe, ist Indien trotz alle dem zu einem großenTeil von mir geworden. Und ich glaube nicht, dass das mein letzter Besuch dort gewesen sein wird.

Für Anfang Juni hat sich Nelson angekündigt und ich bin gespannt darauf, ihn hier in Deutschland, in meiner Kultur, begrüßen zu dürfen.

 

Bis bald

Anne