Berichte von 11/2012

Kurzes update

Montag, 26.11.2012
Hallo Ihr lieben...
momentan gibt es große Steine, die es zu bewältigen gibt. Wir kommen gerade vom Vorbereitungsseminar, wo uns gesagt wurde, dass die beiden Projekte so wie sie laufen, nicht weiterlaufen können.
Geplant ist, dass, sobald der YMCA einen Antrag gestellt hat und dieser bewilligt wird, die Spenden per Zwecküberweisung nach Indien gehen.
Das Kartenprojekt wird nur noch bis 300 Karten fortgeführt, da wir unter Druck stehen, den Frauen das Geld auszubezahlen, da nun die ehemänner langsam fragen, wo das Geld bleibt.
Die kulturellen UNterschiede konnten wir nicht einschätzen, das geb ich zu.
Ich bin froh, dass ich die Verantwortung nun abgeben kann. Da es allerdings unklar ist, ob das Projekt bewilligt wird, kann es sein , dass ich die Spenden im Falle einer Ablehnung an jeden einzelnen zurückbezahle, da ich euch versprochen hatte, die Spenden in dieses Projekt zu investieren.
Wie ihr alle wisst, habe ich auch einen Förderkreis, dessen Erlös an die Freiwilligenarbeit im CVJM geht.
Im Falle der Fälle (sprich, wenn ich die Einzelspenden "zurückspende"), wäre es gut zu wissen, ob und wessen Geld für die Freiwilligenarbeit überwiesen werden kann.
Entschuldigt meine evt. komische Grammatik, aber ich liege auch gerade noch mit 38°C im Bett und warte auf das, was noch kommt..
Die zweite Sache ist, dass wir vorhin von unserem Vorbereitungsseminar zurückgekommen sind und unsere Gasteltern sich voraussichtlich trennen werden, weshalb wir gebeten wurden, auszuziehen. Das bedeutet für uns mal wieder umziehen.
Denkt und betet für uns , wir haben es nötig.
Ich melde mich bald,
alles liebe,
anne
PS: Noch etwas positives: Unser Zwischenseminar war super und ich bin froh, mal wieder so viel Deutsch gesprochen zu haben. WIr waren am indischen Ozean, konnten baden und die Sonne (zwischen den kurzen pause) genießen :)

Neues vom indischen Kartenprojekt... und noch mehr

Donnerstag, 15.11.2012

Wahnsinn, was sich in den letzten Tagen alles getan hat.

Ich kann wirklich nur darüber staunen und dankbar sein.

 

Der Mainpoint: Nelson, mein Gastvater und selbst Gründer einer eigenen indischen Organisation, hat mir vorgeschlagen, mein Kartenprojekt zu übernehmen, sodass auch in Zukunft Frauen die Möglichkeit bekommen, Geld zu verdienen.

Besser noch: Ich soll mit ihm kooperieren, die Karten verkaufen und so eine Repräsentatin für Indien in Deutschland werden. Es war immer meine Idee, eine Brücke zu diesem Land schlagen zu können, sodass ich auch zukünftig genug Anlässe finde, um noch einmal hier her zu kommen und das nicht nur als Tourist. In den nächsten Tagen werden wir die Idee noch weiter ausbauen - die indischen Frauen sind auf jeden Fall begeistert.

Zweitens: Langsam kommen die Steine ins Rollen , was mein Bauprojekt im Kindergarten angeht. Ich war letzte Woche im Office und habe ein paar Gespräche geführt. Ein Mitarbeiter hat sich bereit erklärt, mich zu unterstützen, indem er bei einer indischen Firma einen Kostenvoranschlag eingeholt hat . 842€ - ein Batzen Geld wie ich finde, doch ob ich als "Weiße Frau" da ein besseres Angebot bekomme , ist fraglich. Die Verhandlungen laufen jedoch und ich denke, dass wir in circa 1 Woche mit dem Bau beginnen können. (Häuser bauen können die Inder nämlich erstaunlich schnell - 2,5 Wochen und ein neuer Laden ist gebaut)

Drittens (in Anlehnung an Zweitens): Da ich nochmal eine kräftige Finanzspritze erhalten habe, brauche ich mir über die Kosten nur noch wenig Gedanken machen. Danke!

Viertens : Auch meine Wege in Deutschland ebnen sich. Heute habe ich eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch beim Radio bekommen, was den Tag perfekt abgerundet hat.

 

Ich möchte euch trotz der tollen Erfahrungen nochmal daran erinnern, dass ich auf 500 Grußkarten sitze, die ich sicher niemals alle in meinem Leben verschicken werde (und die ich auch nicht alle bezahlen möchte).

Die Frauen haben sich sehr viel Arbeit gemacht, teilweise Nachtschichten eingelegt, und ich bin stolz darauf, dass sie sich trotz der vielen, vielen Feiertage die Zeit und Muße dazu genommen haben.

Ich habe ein paar Bilder hochgeladen mit unseren Motiven. Wir haben noch viel viel mehr, doch das würde den Rahmen hier sprengen. Es dient lediglich zur Veranschaulichung , damit ihr euch besser für eine Karte entscheiden könnt .

 

Schreibt mir eine Email mit der "Bildnummer und links/recht" oder "ist mir egal" (ich muss schließlich auch die nicht so gelungenen Karten an Mann bringen :D)

Danke danke danke

 

Bild 1 Bild 2 Bild 3 Bild 4 Bild 5 Bild 6 Bild 7 Bild 8 Bild 9 Bild 10 Bild 11 Bild 12 Bild 13 Bild 14

Hallo mal wieder :)

Sonntag, 04.11.2012

Mit Schrecken habe ich festgestellt, dass der letzte Eintrag schon eine Ewigkeit zurückliegt. Das Leben ging derweil so weiter wie in Deutschland auch.

Wegen der Festival Saison kann ich mich grad gar nicht vor Urlaub retten, was ja eigentlich ganz schön ist :P Wenn da nicht unser Kartenprojekt wäre...

Ich weiß nicht, inwiefern ich davon schon berichtet habe, aber ich hatte die Idee, zusammen mit indischen Frauen Grußkarten zu basteln, die ich dann in Deutschland verkaufen werde. Mittlerweile haben wir an die hundert und sie sehen toll aus! Das Geld sollte eigentlich an die Bawadi School gehen, aber da wir mittlerweile schon 720€ (das muss man sich mal geben!) an Spenden erhalten haben, können wir den Frauen den vollen Preis abzüglich der Materialkosten auszahlen. Das ist klasse, denn da wir es ja zu deutschen Preisen verkaufen, werden die Frauen voraussichtlich mindestens das doppelte ihres Monatsgehalts bekommen.

Das Projekt gibt mir gerade so viel Halt und es ist immer wieder die Bestätigung dafür, dass es gut ist, hier zu sein. Es tun sich auch Dinge hinsichtlich der Wohnsituation. Wir sind aus der Wohnung in Lingarajapuram ausgezogen, woran nicht zu letzt diese spannenden Arbeiter Schuld waren. Wir dürfen nun in einem Luxushaus wohnen (und das ist es auch für deutsche Verhältnisse). Das Haus steht in einer Gated Community, also einem abgeschlossenen Wohnviertel mit Security Guards, Clubhaus, Pool und Tennisanlagen. Der Weg zur Arbeit ist zwar etwas weiter, aber es lohnt sich alle Male, denn hier bekommen wir nichts von dem Feuerwerk, den betrunkenen Männern und den Hunden mit. Es hat einige Gespräche und Mühen gekostet, bis das über den Tisch war, aber ich bin glücklich, dass wir nun an dem Punkt stehen, wo nur noch die indischen Behörden zustimmen müssen. (Wenn das mal kein Problem wird).

Als Einzelkind erleb ich auch gerade ziemlich intensiv was es heißt , Geschwister zu haben. Ich habe nun vier davon : Sepora (5), Phoebe (7), Lydia (9) und Salomon (11). Ja, es ist laut, aber dennoch möchte ich hier nicht mehr weg.

Shankar, ein Freund der Familie zeigt uns seit den letzten Tagen die etwas andere Seite von Bangalore. Ich hätte niemals gedacht, dass es hier so viele tolle Shopping Malls gibt. Nicht, dass ich nun mein Geld auf den Kopf hau, aber es ist einfach schön, mal wieder in einen Zara oder Body Shop zu gehen , um sich etwas heimisch zu fühlen.

Da wir nun auch auf den Sprung in eine Karaokebar sind (wer mich kennt weiß, wie sehr ich dafür zu begeistern bin :)) ) werd ich fürs erste Schluss machen.


Bis ganz bald !