Berichte von 01/2013

Bangalore second part

Dienstag, 29.01.2013

Wie ihr sicherlich schon lesen konntet, bin ich mit gemischten Gefühlen nach Hause geflogen. Viele Fragen haben mich geplagt, gerade wenn es darum ging, ob ich die Rückreise nach Indien entspannt verdauen kann.

Nun ja...es waren nicht der deutsche Luxus, die Ruhe, die Sauberkeit oder die Sprache, die mich zurückhalten wollten, sondern der Gedanke an die erneute Trennung von meiner Familie. Da helfen auch keine Worte wie: "Ach komm, was sind schon fünf Wochen? Stell dich nicht so an. Dein Freund kommt doch bald". Und meine Antwort war stehts dieselbe: "ja Ja JA". Gute Ratschläge kann ich auch geben, doch diese dann easy peasy umzusetzen ist nun mal nicht jedermanns Sache.

Doch ich ließ mich beratschlagen und sammelte alle motivierenden Worte in meinem Kopf zusammen, um mich auf DEN Tag vorzubereiten. Beim Abschied hab ich trotzdem geheult..

Nun ja, jetzt sitz ich hier und ich muss sagen : Krasse Sache.

Um nochmal daran zu erinnern: Ich wusste schon vor meiner Ausreise, dass ich bei meiner Wiederkehr sofort umziehen muss. Dieses Problem hatte sich Gott sei Dank gelöst, sodass ich (noch voll im jetlag) meine restlichen Koffer schnappen und mit Camilla ins andere Haus ziehen konnte.

Ich würde unser halbes Jahr als " The indian way of life" betrachten . Ich startete im Semi-Slum und mich jetzt in einer high class villa. Mit zwei Hausangestellten, zwei Hunden und einem Penthousezimmer (das ich auf faire Art beim schnick-schnack-schnuck gewonnen habe).

Klar, einige meinten, dass hätte nun wenig mit indischem Leben zu tun, aber das denke ich nicht. So laufen die Dinge hier. Es gibt die ganz armen und die ganz reichen, die Mittelschicht existiert quasi nicht. Oder zumindest nur als geringer Anteil.

Ich bin allen Mitwirkenden sehr dankbar, da diese Wohnumstände sich erheblich auf das Wohlbefinden auswirken und das derzeit einfach passt. An Hausangestellte werde ich mich hoffentlich weiterhin nicht gewöhnen können, denn es würde mich nur dazu verleiten verwöhnt, unselbstständig und faul sein und das passt eigentlich nicht zu der Vorstellung, wie ich mal werden möchte.

Nächste Woche steht der große Besuch von dt CVJM Delegierten an, worauf ich auch sehr gespannt bin.

Für den Rest der Zeit nehme ich mir vor, noch mehr die kleinen Dinge schätzen zu lernen, die ich mit den Kindern erleben darf. Unser Bauprojekt ist nun offiziel "out of the race". Man sicherte uns zu, dass sich der YMCA Bangalore eigenhändig darum kümmern will und die Vorbereitungen dafür laufen. Ich wünsche es den Kindern, ich habe jedenfalls mein Bestes gegeben.

Falls Fragen auftreten, z.B. was jetzt mit dem Geld passiert usw , könnt ihr mich gerne unter meiner Email oder als Kommentar hier auf der Seite kontaktieren.

=> anne.mohaupt@web.de

 

bis dahin,

alles liebe